EU-Agrarministerinnen und -minister: Gute Möglichkeiten zur vermehrten Kohlendioxidbindung in der Landwirtschaft

EU2019FIMinisterium für Land- und Forstwirtschaft
24.9.2019 13.24
Presseaussendung
Foto: Lauri Heikkinen, Staatskanzlei, Finnland

Das Thema der informellen Tagung der Ministerinnen und Minister für Landwirtschaft am 24. September war Kohlendioxidbindung im Erdreich als Klimaschutzmaßnahme der Landwirtschaft. Die Ministerinnen und Minister diskutierten über die Möglichkeit, Kohlendioxidbindung durch die Gemeinsame Agrarpolitik der EU zu fördern.

Den Vorsitz der Tagung führte Finnlands Minister für Land- und Forstwirtschaft Jari Leppä.

Finanzielle Mittel für Maßnahmen von Nöten

Kohlendioxidbindung im Erdreich ist eine der zentralen Maßnahmen der Landwirtschaft gegen den Klimawandel. Mit Hilfe von guten landwirtschaftlichen Praktiken können landwirtschaftlich genutzte Böden mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen. Die Gemeinsame Agrarpolitik kann dazu beitragen, derartige Praktiken zu fördern.

Minister Leppä zufolge würden Landwirte durch die Möglichkeit der Kohlendioxidbindung im Erdreich zu zentralen Lösungsanbietern.

„Die Bindung von Kohlendioxid ist nicht nur eine Klimaschutzmaßnahme, sondern verbessert auch die Struktur und Qualität des Bodens, was der Landwirtschaft bei der Anpassung an den Klimawandel hilft. Ein guter Boden kann auch mehr produzieren und bringt Landwirten einen Vorteil“, sagt Minister Leppä.

Die Ministerinnen und Ministern lauschten auf der Tagung auch Wortmeldungen landwirtschaftlicher Interessengruppen und Umweltorganisationen sowie der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments über Kohlendioxidbindung im Erdreich und Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft. Die Gemeinsame Agrarpolitik biete genügend Möglichkeiten für eine vermehrte Bindung von Kohlendioxid, dafür müssen allerdings genügend finanzielle Mittel gewährleistet werden, so die Ministerinnen und Minister.

Verschiedene praktische Methoden zur Kohlendioxidbindung

In der Diskussion zum Ausdruck kam die Notwendigkeit, auf regionale und lokale Besonderheiten zu achten. Außerdem seien Möglichkeiten zur Kohlenstoffmessung zu verbessern, die Forschung und deren praktische Umsetzung zu verbessern sowie die Entwicklung neuer Innovationen zu stützen. Als konkrete Maßnahmen wurden Weideländer, Fruchtfolge, Rücknahme von Bodenbearbeitung, Direktsaat und Agrarforst in mehreren Wortmeldungen angesprochen.

„Man darf auch nicht vergessen, dass die Hauptaufgabe der Landwirtschaft darin besteht, Nahrungsmittel zu produzieren. Es müssen Win-Win-Lösungen gefunden werden, von denen sowohl die Landwirte als auch die Natur profitiert, damit die Landwirtschaft auch wirtschaftlich nachhaltig ist“, fasste Minister Leppä die Diskussion zusammen.

Außerdem besuchten die Ministerinnen und Minister einen Milchviehbetrieb und eine forstwirtschaftliche Anlage. Dabei wurden unter anderem bewährte Praktiken zur Verbesserung der Tiergesundheit sowie die Bedeutung des Weidelandes für die Bindung von Kohlendioxid und die finnische Lebensmittelproduktion vorgestellt.

Die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU bietet den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, Kohlendioxidbindung im Erdreich und andere landwirtschaftliche Umweltmaßnahmen durch national festgelegte Maßnahmen zu unterstützen. Darüber hinaus beinhaltet die Reform für alle Mitgliedstaaten obligatorische Förderbedingungen, durch die unter anderem die Bodenqualität verbessert und die Erhaltung der Kohlenstoffspeicher im Erdreich verbessert werden soll.

Die Tagung der Ministerinnen und Minister für Landwirtschaft war die letzte der sechs informellen Ministertagungen, die der finnische EU-Ratsvorsitz in Helsinki organisiert hatte.

Weitere Informationen:

Ahti Hirvonen, Referatsleiter, Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Tel. +358 295 162 337
Satu Haapaniemi, pers. Referentin d. Ministers, Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Tel. +358 504 005 193
Pekka Väisänen, leitender Referent, Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Tel. +358 295 162 480 (Interviewanfragen und Auskünfte zur Exkursion)

Jari Leppä