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Anja Laisi: Nachhaltige Veranstaltungen durch und durch

EU2019FI 17.6.2019 9.55
Kolumne

Finnland lädt während seines EU-Ratsvorsitzes zu informellen Minister- sowie Beamtentagungen in Helsinki. Neben finnischer Gastfreundlichkeit sowie einem reibungslosen Ablauf rückt der Vorsitz auch Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung in den Vordergrund.

Diese Nachhaltigkeit manifestiert sich in der Wahl des Tagungsorts, der moderaten Zahl an Veranstaltungen sowie in den Details vor Ort. Als Vorreiter in Sachen Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft setzt Finnland mit besonderem Nachdruck auf moderne Abläufe. In Finnland hat es in der Vergangenheit bereits Bestrebungen in Richtung einer umweltschonenderen Veranstaltungskultur gegeben und der Vorsitz gedenkt, diese Arbeit seinerseits fortzusetzen.

Kleine und große Maßnahmen gegen den Klimawandel

Das Thema des nachhaltigen Veranstaltungswesens kam bereits im Jahr 2016 auf, als beschlossen wurde, sämtliche Veranstaltungen auf Helsinki und nur einen Tagungsort zu konzentrieren. Von diesem Beschluss orientierte sich die Organisation an nachhaltigen Lösungen.

Diese sind sowohl an kleinen als auch großen Maßnahmen erkennbar. Anfang 2019 beschlossen die für EU-Politik zuständigen Minister, dass Finnland als Vorsitz keine Sachgeschenke anschafft, sondern die dafür reservierten Mittel für die Kompensation der Flugemissionen der Tagungsgäste einsetzt. So wurde eine konkrete Klimaschutzmaßnahme gesetzt, von der Finnland hofft, dass sie auch von zukünftigen Vorsitzländern aufgegriffen wird.

Die Anreise zum Tagungsort wird den Tagungsgästen möglichst leicht gemacht, wobei aber auch das Streben nach Emissionsverringerungen nicht zu kurz gekommen ist. Die Finlandia-Halle ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und liegt nur einen kurzen Fußweg von den wichtigsten Hotels und Sehenswürdigkeiten Helsinkis entfernt. Stadtfahrräder bieten Tagungsgästen ebenfalls eine gute Möglichkeit zur Fortbewegung.

Nicht nur für den Moment

Finnland gehört EU-weit zu den Vorreitern in Sachen Digitalisierung. Daher ist es logisch, dass wir digitale Anwendungen gedrucktem Tagungsmaterial vorziehen und auf Recycling setzen. Diese Prinzipien sind auch in der visuellen Identität des Ratsvorsitzes sichtbar, die durch Wiederverwertung der visuellen Identität des finnischen Vorsitzes aus dem Jahr 2006 entstanden ist.

Saubere nordische Kost sowie hochwertiges finnisches Wasser stehen im Mittelpunkt des Caterings. Die Menüs umfassen regionale finnische Biokost und richten sich nach den Erntezeiten: Finnland hat den Vorsitz im Herbst inne, wo die Natur ihre besten Früchte abwirft. Die Verringerung von Lebensmittelabfällen spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Auch die Rolle von sauberem finnischen Wasser wird hervorgehoben, da Tagungsgästen nicht abgefülltes Wasser sondern reines Leitungswasser zur Verfügung gestellt wird.

Neben der reibungslosen Organisation und der finnischen Gastfreundlichkeit werden den Tagungsgästen sicherlich auch die modernen Abläufe sowie das nachhaltige Veranstaltungswesen des finnischen Vorsitzes in Erinnerung bleiben.

Anja Laisi
Leiterin, Sekretariat des EU-Ratsvorsitzes