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Janne Känkänen: Nachhaltiges Wachstum – ein Eckpfeiler für die Zukunft Europas

EU2019FI 3.7.2019 10.08
Kolumne

Als Vorsitz im Rat der Europäischen Union sprechen wir uns stark für Nachhaltigkeit aus. Eine nachhaltige Wirtschaft und nachhaltiges Wachstum sind die Eckpfeiler für eine nachhaltige Zukunft und auch ein nachhaltiges Europa. Wirtschaftswachstum ist essentiell, um Wohlstand in Europa auch in Zukunft sicherstellen zu können. Nichts desto trotz muss dieses Wachstum auf einer ökologisch und sozial nachhaltigen Grundlage beruhen.

Globale Umbrüche sind eine Herausforderung für Europa. Der Kampf gegen den Klimawandel ist nicht ohne schnelle, ambitionierte und globale Maßnahmen möglich. Gleichzeitig beschleunigt sich die technologische Entwicklung immer mehr, vor allem im Bereich der Digitalwirtschaft. Im internationalen Wettbewerb weht außerdem vor allem aus Asien und den USA ein immer rauerer Wind.

Von großen Herausforderungen zu wirtschaftlichem Erfolg und Wettbewerbsvorteilen

Wir dürfen nicht nur von ambitionierten Zielen sprechen, sondern müssen auch offen Maßnahmen zur Förderung von Nachhaltigkeit erörtern. So stehen im Zentrum der Diskussion digitales Wissen und Kompetenzen, die EU-weite Entwicklung von Datenmobilität und -kompatibilität, die Dynamisierung des Binnenmarkts sowie praxisnahe Lösungen, mithilfe derer industrielle Prozesse in klimaneutrale Bahnen gelenkt werden können.

Das bedeutet, dass Nachhaltigkeit nicht ausschließlich auf Emissionsreduktion beruht, sondern auch durch intelligente Prozesse und digitale Maßnahmen sowie einen starken Fokus auf Forschung und Innovation gestützt werden kann. Auf diese Weise können wir große Herausforderungen auch in wirtschaftlichen Erfolg ummünzen und allen Europäerinnen und Europäern einen Wettbewerbsvorteil in Form nachhaltigen Wohlstands bieten.

Europa zu einem Wegweiser im internationalen Wettbewerb machen

Sich dem scharfen internationalen Wettbewerb auszuliefern, ohne eine gemeinsame Vorstellung darüber zu haben, wie man in diesem Wettbewerb erfolgreich sein kann, ist dem Ziel der Nachhaltigkeit nicht dienlich. Europa hat allen Grund, sich aufzurichten und aus der Rolle des Vermittlers heraus die Richtung vorzugeben. Dazu gibt es bereits gute Beispiele.

So garantiert beispielsweise die Datenschutz-Grundverordnung nicht nur den Schutz der persönlichen Daten unserer Bürgerinnen und Bürger, sondern bietet auch den europäischen Unternehmen vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung des großen Datenreichtums des EU-Binnenmarktes. So hat die EU die Chance, zum Vorreiter in Sachen Plattformwirtschaft aufzusteigen, war vor allem der europäischen Industrie und deren Erfolg zugutekommt.

Die immer schneller werdende technologische Entwicklung bedeutet, dass die EU danach streben muss, Europa zu einer globalen Führungskraft in der digitalen Wirtschaft zu machen. Neue technologische Trends, wie KI, Konnektivität und Automatisierung, bieten dann Chancen, wenn politische Maßnahmen es ermöglichen, dass nicht nur Forschung und Entwicklung gefördert werden können, sondern auch Unternehmen die Möglichkeit geboten wird, sich zu entwickeln und gerade im europäischen Raum zu wachsen.

Warten auf politische Maßnahmen der EU zur Wachstumsförderung

Die Europäische Union muss ein umfassendes politisches Maßnahmenpaket schnüren, um das gesamte Potential ihres Humankapitals und ihrer Unternehmen auszuschöpfen. Ein dynamischer Binnenmarkt, eine moderne Industriepolitik, die Digitalwirtschaft sowie der Übergang zu einer kohlenstoffneutralen Wirtschaft sind unabdingliche Maßnahmen, um weltweiten Wachstumsherausforderungen entgegenzutreten.

Eine mehr denn je wettbewerbsfähige und sozial inklusive Europäische Union ist eine Priorität für den finnischen EU-Ratsvorsitz. Bereits diese Woche findet in Helsinki die informelle Tagung der Ministerinnen und Minister für Wettbewerbsfähigkeit statt, auf der das Thema nachhaltiges zukünftiges Wachstum erörtert wird.

Die Fortsetzung dieser Diskussion ist von äußerster Wichtigkeit und Finnland wird diese Vision während des gesamten fünfjährigen Zyklus zielstrebig vorantreiben. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Der Klimawandel wartet nämlich nicht. Genauso wenig wartet die technologische Entwicklung, die ständig neue Sprünge macht, und auch nicht der internationale Wettbewerb, der sich ständig verschärft.

Janne Känkänen, Direktor für EU- und internationale Angelegenheiten, Ministerium für Arbeit und Wirtschaft