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Olli-Pekka Rantala: Wir benötigen digitale Mobilitätsdienstleistungen

EU2019FIMinisterium für Verkehr und Kommunikation 7.10.2019 9.18
Kolumne
Foto: Ministerium für Verkehr und Kommunikation

Durch die Verknüpfung von Verkehr und Telekommunikation wird Mobilität immer digitaler. Schon jetzt benötigen wir große Mengen an Daten, um beispielsweise Navigation nutzen zu können, Fahrkarten kaufen und bezahlen zu können und Automatisierung zu ermöglichen. Allerdings ist nicht die Datennutzung selbst in den Mittelpunkt zu stellen, sondern das, was mit ihr erreicht wird. Bieten Daten in Verbindung mit Verkehr nachhaltigere Lösungen, die den Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher entsprechen?

Die Konferenz Digital Transport Days widmet sich vom 7. bis 9. Oktober 2019 genau diesen Themen, also nachhaltigen und digitalen Lösungen im Verkehrsbereich. Sie wird gemeinsam von der EU-Kommission und vom finnischen Ministerium für Verkehr und Kommunikation als Teil des finnischen Vorsitzes im Rat der EU organisiert.

Ziele verpflichten zur Emissionsreduktion

Der Verkehrssektor ist EU-weit für knapp 30 Prozent aller Kohlendioxidemissionen verantwortlich, wobei der Anteil des Straßenverkehrs daran bei 72 Prozent liegt. Eine Möglichkeit zur Verringerung dieser Emissionen ist es, die Voraussetzungen, Attraktivität und Kompatibilität nachhaltiger Mobilitätsdienstleistungen und des öffentlichen Verkehrs sowie zu Fuß und per Fahrrad zurückgelegter Wege zu verbessern, aus Mobilität also eine tatsächliche Dienstleistung zu schaffen. Dafür ist eine verbesserte Datennutzung von zentraler Bedeutung.

Daten sind eine Art erneuerbarer Kraftstoff für nachhaltige Mobilitätsdienstleistungen und ermöglichen einfache und effiziente Dienstleistungen. Die EU sollte danach streben, dass die notwendigen Datenmassen besser verfügbar sind und Interoperabilität zwischen Fahrkarten- und Bezahlsystemen herrscht. So kann eine lückenlose Dienstleistungskette für den Mobilitätsbereich geschaffen werden (Mobility as a Service).

Einfache Anwendbarkeit und Lückenlosigkeit sind die zentralen Faktoren, wenn wir abwägen, ob wir den eigenen PKW nutzen oder aber Mobilitätsdienstleistungen in Anspruch nehmen. Eine noch großflächigere Nutzung von Daten würde auch den Warenverkehr effizienter gestalten.

Bessere Mobilitätsdienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger

Daten sind nur ein Faktor bei der Umsetzung menschenorientierter Mobilitätsdienstleistungen. Nachhaltige Dienstleistungen benötigen außerdem entsprechende Infrastrukturen und einen gesetzlichen Rahmen. Wir müssen Verkehr aus dem Blickwinkel seiner Nutzerinnen und Nutzer sowie als Gesamtheit betrachten und nicht über einzelne Verkehrsträger.

Auf EU-Ebene sollten wir danach streben, das Dienstleistungsangebot für Mobilität auszubauen und sowohl nachhaltige als auch qualitativ hochwertige Dienstleistungen so anzubieten, dass den Verbraucherinnen und Verbrauchern am Ende bessere und leichtere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um von A nach B zu gelangen. Unternehmen müssen ein gutes Geschäftsumfeld vorfinden, um neue Dienstleistungen im Bereich Mobilität und Verkehr entwerfen und anbieten zu können. Ein breiteres und vielfältigeres Dienstleistungsangebot ist im Interesse der Nutzerinnen und Nutzer.

Schätzungen haben ergeben, dass das Verkehrsaufkommen und der Dienstleistungsmarkt im Bereich Mobilität weiter wachsen werden. Im Kampf gegen den Klimawandel hat Europa die einmalige Chance, ein Vorreiter im Marktbereich Mobilität und bei Verkehrssystemen zu werden. Europa kann der Welt zeigen, wie man mit intelligenten Verbindungen nachhaltiges Wachstum schafft.

Olli-Pekka Rantala, Generaldirektor, Ministerium für Verkehr und Kommunikation