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Einigung im Europäischen Rat: Eine klimaneutrale EU bis 2050

Staatskanzlei 13.12.2019 12.45 | Auf Deutsch veröffentlicht am 13.12.2019 um 13.08 Uhr
Presseaussendung
Kuva: Joona Suni

Die Staats- und Regierungschefs verpflichteten sich bei der Tagung des Europäischen Rates am 12. Dezember 2019 in Brüssel dem Ziel der Klimaneutralität der Union bis 2050. Allerdings verkündete ein Mitgliedstaat, sich diesem Ziel derzeit nicht verpflichten zu können.

„Das Setzen eines ambitionierten und langfristigen EU-Klimaziels gehörte zu den Prioritäten unseres Ratsvorsitzes und wir haben alles dafür gegeben, um eine Einigung zu erreichen. Heute haben wir einen Beschluss für ein gemeinsames europäisches Ziel gefasst, ein Mitgliedstaat hat sich der Umsetzung des gemeinsamen Ziels allerdings nicht verpflichtet. Diesbezüglich wird noch Arbeit geleistet werden und ich gehe davon aus, dass sich im nächsten Sommer alle Mitgliedstaaten zur vollständigen Umsetzung des Klimaziels verpflichten“, sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin am Rande des Gipfels.

Klimaneutralität bedeutet, dass eine Gesellschaft nur so viel Emissionen produziert, wie sie speichern kann. Gemäß dem Pariser Klimaschutzübereinkommen müssen die EU sowie alle anderen Vertragspartner des Übereinkommens der UN ihre langfristigen Klimapläne bis 2020 übermitteln. Ziel des Pariser Übereinkommens ist es, die durchschnittliche Erderwärmung im Vergleich mit der Temperatur vorindustriellen Zeitalter klar unter 2 Grad zu halten. Die Vertragspartner bemühen sich um Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad.

„Die EU ist der erste Wirtschaftsraum der Welt, der sich der Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet. Dies ist eine wichtige Botschaft für die Weltklimakonferenz in Madrid, auch wenn ein Mitgliedstaat sich diesem Ziel noch nicht verpflichtet hat. Ein langfristiges Ziel alleine reicht allerdings nicht aus. Wenn die EU nächstes Jahr ihre Emissionsreduktionsziele für 2030 anpasst, muss diese Anpassung im Einklang damit stehen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen“, kommentiert Umwelt- und Klimaschutzministerin Krista Mikkonen, die derzeit auf der UN-Klimakonferenz in Madrid weilt, den Beschluss des Europäischen Rates.

Klimaschutzmaßnahmen dringend benötigt

Laut einem Bericht des Weltklimarats IPCC hat sich die Erde seit dem vorindustriellen Zeitalter, also im Vergleich mit dem Zeitraum von 1850 bis1900, bereits um ca. einen Grad erwärmt. Wenn sich die Entwicklung in dieser Geschwindigkeit fortsetzt, wird die durchschnittliche Erderwärmung bis Mitte des Jahrhunderts 1,5 Grad betragen. Laut dem IPCC-Bericht führt eine Erwärmung um mehr als 1,5 Grad zu einer erheblichen Beschleunigung des Artensterbens, Unbewohnbarkeit vieler Regionen sowie Gefährdungen im Bereich der Trinkwasser- und Lebensmittelversorgung.

Das nunmehr im Europäischen Rat zur Beschlussfassung vorgelegene Klimaziel beruht auf der Mitteilung Europäischen-Kommission aus dem Jahr 2018 „Ein sauberer Planet für alle – Eine Europäische strategische, langfristige Vision für eine wohlhabende, moderne, wettbewerbsfähige und klimaneutrale Wirtschaft“, auf die eine Debatte darüber folgte, wie sich Europa auf das Übermitteln seiner langfristigen Klimastrategie an die Vereinten Nationen vorbereiten soll. Die Bekämpfung des Klimawandels gehört zu den Querschnittsthemen des finnischen EU-Ratsvorsitzes und wurde konsequent auf die Tagesordnungen fast aller Ratstagungen gesetzt.

Weitere Informationen:

Jari Luoto, Unterstaatssekretär für EU-Angelegenheiten der Ministerpräsidentin, Tel.: +358 50 5949;

Pilvi-Elina Kupias, persönliche Referentin d. Ministerpräsidentin (EU-Angelegenheiten), Tel.: +358 295 160 995;

Dimitri Qvintus, persönlicher Referent d. Ministerpräsidentin (Medienbeziehungen), Tel.: +358 50 574 0956;

Anne Sjöholm, Leiterin, Öffentlichkeitsarbeit (EU und Internationales), Staatskanzlei, Tel.: +358 40 537 0733

Sanna Marin