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Ulla Närhi: Funktionierende Gesundheitsservices verbessern das Wohlergehen der Menschen in Europa

26.9.2019 16.50
Kolumne
Foto: Ministerium für Soziales und Gesundheit

Die Gesundheitssysteme in Finnland und Europa stehen vor denselben Herausforderungen. Wie werden Sozial- und Gesundheitsversorgung für eine schnell alternde Bevölkerung zur Verfügung gestellt? Oder wie können Innovationen gefunden und genutzt werden, die das Wohlbefinden der Menschen gewährleisten?

Diese Themen stehen auch auf der Agenda des Treffens der leitenden Beamtinnen und Beamten aus dem Gesundheitssektor im September. Neben Vertreterinnen und Vertretern aus den EU-Mitgliedstaaten sind auch führende Fachleute aus den Bereichen Medizin, Zahnmedizin, Pflege und Pharmazie aus Norwegen, Island und der Schweiz eingeladen. Dieses Treffen findet nun zum ersten Mal in einem derart breiten Format statt.

Gesundheitsdienstleistungen als Stütze für nachhaltige Entwicklung

Reibungslos funktionierende Gesundheitsdienstleistungen sind wichtig, um das Wohlbefinden der Menschen zu gewährleisten. Die Vereinten Nationen betonen in ihren Gesundheitszielen bis 2030 die Gewährleistung eines gesunden Lebens und die Förderung von Wohlergehen in allen Altersgruppen – dies ist aus dem Gesichtspunkt der nachhaltigen Entwicklung von besonderer Bedeutung.

Zu den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung gehören auch die Miteinbeziehung und Anwendung von Innovationen. Oft sind die besten Innovationen eine Kombination aus Altem und Neuem, beispielsweise die Einbettung alter Ideen in neue Technologien oder ein verändertes Handlungsumfeld.

Dies ist auch bei der Reform des finnischen Sozial- und Gesundheitswesens zu sehen. Wichtige Prinzipien sind dabei die Nutzung von Digitalisierung, die Zusammenführung von Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen und ein gleichwertiger Zugang für alle Bürgerinnen und Bürger.

Vorteile durch Zusammenarbeit für Alte und Bedürftige

Der Aufbau von Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen erfordert Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen und den Austausch von Best Practice. Dies geschieht auch beim Treffen der leitenden Beamtinnen und Beamten aus dem Gesundheitssektor des finnischen EU-Ratsvorsitzes. 

Ein brennendes Thema in sämtlichen EU-Mitgliedstaaten sind die Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen für Menschen fortgeschrittenen Alters, für deren Zusammenführung mithilfe von Digitalisierung und Ferndienstleistungen es bereits gute Beispiele gibt.

Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen ist für jene Menschen von Relevanz, die Dienstleistungen intensiv in Anspruch nehmen. Menschen, die Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen intensiv nutzen, benötigen nämlich meistens auch mehr gesundheitliche Versorgungsdienstleistungen im Bereich Zahn und Mund.

Der Zugang zu gesundheitlicher Versorgung kann unter anderem durch die Erweiterung des Berufsbildes von Pflegerinnen und Pflegern verbessert werden. In mehreren Mitgliedstaaten dürfen Pflegerinnen und Pfleger beispielsweise Rezepte ausstellen.

Bei Innovationen im medizinischen Bereich ist es wichtig, über eine Wissensbasis zu verfügen, mithilfe derer der Wert von Medizin für die Pflege einerseits und aus einem wirtschaftlichen Gesichtspunkt andererseits gemessen werden kann. Bei der Messung des Wertes von medizinischer Versorgung können Real World Data (RWD), was beispielsweise in Patientendatensystemen und Registern gesammelt wird, sowie daraus gewonnene Evidenz (Real World Evidence, RWE) genutzt werden.

Ulla Närhi, Fachreferentin, Ministerium für Soziales und Gesundheit