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Finnischer Ratsvorsitz kompensiert Flugemissionen

EU2019FIMinisterium für Umwelt 27.6.2019 18.04 | Auf Deutsch veröffentlicht am 27.6.2019 um 18.23 Uhr
Presseaussendung

Finnland kompensiert während seines Vorsitzes im Rat der Europäischen Union die Flugemissionen von Teilnehmenden und Delegationen durch die Finanzierung von Projekten zur Reduktion von Treinbhausgasemissionen und zur Förderung der Nachhaltigkeitsziele. Die Kompensation ist eine konkrete Klimaschutzmaßnahme und Bestandteil des nachhaltigen Veranstaltungswesens des finnischen Vorsitzes. Dies rührt aus der Notwendigkeit, dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Die dafür zur Verfügung stehende Summe beträgt rund eine halbe Million Euro. Die finnische Regierung hat beschlossen, jene Gelder für die Kompensation zur Verfügung zu stellen, die ursprünglich für die Anschaffung traditioneller Sachgeschenke des Vorsitzes gedacht waren.

„Der Klimawandel ist eine Herausforderung für uns alle, unser Verhalten zu ändern. Anhand dieser konkreten Klimaschutzmaßnahme, also durch den Emissionsausgleich des Vorsitzes, möchten wir auf die Klimaauswirkungen großer Tagungen aufmerksam machen und etablierte Abläufe auf den Kopf stellen“, erklärt Ministerpräsident Antti Rinne.

„Emissionen müssen in allen Bereichen reduziert werden. Mit unserer eigenen Veranstaltungsorganisation zielen wir darauf ab, dass generell weniger geflogen wird. Immer dann, wenn es notwendig ist zu fliegen, kompensieren wir die Emissionen so, dass die Reduktion real und permanent ist und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele stützt“, führt Umwelt- und Klimaschutzministerin Krista Mikkonen aus.

Projekte fördern Emissionsreduktion und nachhaltige Entwicklung weltweit

Die vier durch die Kompensation finanzierten Projekte tragen nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Die Projekte fördern den Klimaschutz und wirken sich positiv auf das Wohlergehen und die Gesundheit der lokalen Bevölkerung aus.

Zusätzlich gehen sie mit den Nachhaltigkeitszielen der UN und den Schwerpunkten der finnischen Entwicklungspolitik einher.

In Honduras wird ein Projekt finanziert, im Rahmen dessen Haushalten und Kleinbetrieben energieeffizientere Küchenherde zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Herde verbrennen das Brennholz sauberer und effizienter, was die Innenluftqualität verbessert und die Abholzung lokaler Wälder zur Beschaffung von Brennholz reduziert. Ein Projekt in Vietnam fördert die Kreislauswirtschaft und reduziert die Methanemissionen lokaler Müllverarbeitung. Dank dieses Projekts wird der Müll getrennt, Plastik recycelt und organischer Abfall zu umweltfreundlichem Dünger verarbeitet.

Ziel eines Projekts in Uganda ist es, Trinkwasser aufzubereiten, ohne dieses kochen zu müssen. Dies fördert die Gesundheit der örtlichen Bevölkerung und wirkt dem Waldschwund entgegen. In Laos wird durch ein Wasserkraftprojekt saubere, erneuerbare Energie produziert. Treibhausgasemissionen werden reduziert, da die Wasserkraft einen Teil des Stroms aus fossiler Energie ersetzt. Das Projekt schafft auch Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung und trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung bei.

Internationale Qualitätsstandards und Best Practice

Die Kompensation geschieht mittels Erwerb und Annullierung so genannter zertifizierter Gold-Standard-Einheiten für Emissionsreduktion (CER). Diese werden aus den jeweiligen Projekten generiert. Die Einheiten entsprechen sowohl dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) aus der UN-Klimakonvention als auch der von NGOs begründeten Gold Standard Zertifizierung. Durch die Annullierung der CER-Einheiten in einem Emissionskataster wird sichergestellt dass dieselben Einheiten nicht mehrfach verwendet werden.

Die Emissionen durch Flugreisen während des Ratsvorsitzes werden auf 18 000 Tonnen CO2 geschätzt. Die Annullierung einer CER-Einheit entspricht dem Ausgleich einer Tonne ausgestoßener Kohlendioxidemissionen. Mit dem für die Kompensation zur Verfügung stehenden Budget werden 130 000 Gold Standard CER-Einheiten angeschafft.

„Es ist schwierig, die genauen Emissionen abzuschätzen, weswegen wir eine Überkompensation vornehmen. Wir behalten die Emissionen aber im Auge und werden unsere Schätzungen während des Vorsitzes aktualisieren“, erklärt Anja Laisi, die Leiterin des Sekretariat des finnischen EU-Ratsvorsitzes.

Die Emissionskompensation wurde in einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet, in der Vertreterinnen und Vertreter der Staatskanzlei, des Außenministeriums, des Umweltministeriums sowie des Finnischen Zentrums für Umwelt sowie des Innovationsfonds Sitra vertreten sind. Die aus den Projekten generierten Einheiten werden von der Firma South Pole gekauft. Das Unternehmen ist ein namhafter Vertreter der Branche.

Weitere Informationen:

Anja Laisi, Leiterin, Sekretariat des finnischen EU-Ratsvorsitzes, Staatskanzlei, Tel.: +358 295 160 424

Karoliina Anttonen, Verwaltungssekretärin, Umweltministerium, Tel.: +358 295 250 065