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Finnischer Ratsvorsitz kompensiert Flugemissionen

Finnland kompensiert während seines Vorsitzes im Rat der Europäischen Union die Flugemissionen von Teilnehmenden und Delegationen durch die Finanzierung von Projekten zur Reduktion von Treinbhausgasemissionen und zur Förderung der Nachhaltigkeitsziele. Die Kompensation ist eine konkrete Klimaschutzmaßnahme und Bestandteil des nachhaltigen Veranstaltungswesens des finnischen Vorsitzes. Dies rührt aus der Notwendigkeit, dem Klimawandel entgegenzuwirken und auf die Klimaauswirkungen des Tagungstourismus aufmerksam zu machen.

Die dafür zur Verfügung stehende Summe beträgt rund eine halbe Million Euro. Die finnische Regierung hat beschlossen, jene Gelder für die Kompensation zur Verfügung zu stellen, die ursprünglich für die Anschaffung traditioneller Sachgeschenke gedacht waren.

Projekte mit weltweiter Emissionsreduktion

Die vier durch die Kompensation finanzierten Projekte tragen nachweislich zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei. Sie erzielen zertifizierte Emissionsreduktionen, die sowohl dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) aus der UN-Klimakonvention als auch der Gold Standard Zertifizierung entsprechen. Zusätzlich gehen sie mit den Nachhaltigkeitszielen der UN und den Schwerpunkten der finnischen Entwicklungspolitik einher. Die Projekte fördern den Klimaschutz und wirken sich positiv auf das Wohlergehen und die Gesundheit der lokalen Bevölkerung aus.

Sauberere Verbrennung durch effizientere Herde

In Honduras wird ein Projekt finanziert, im Rahmen dessen effizientere Küchenherde zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt hilft Haushalten und Kleinbetrieben dabei, traditionelle Herde durch effizientere und weniger Umwelt belastende Herde zu ersetzen. Dies reduziert die Abholzung und verbessert die Innenluftqualität. Darüber hinaus brauchen Frauen und Kinder nicht mehr so viel Zeit in das Sammeln von Brennholz investieren, womit Kindern beispielsweise mehr Zeit zum Schulbesuch zur Verfügung steht.

Im Rahmen des Projekts sind mehr als 160 000 neue Herde verteilt worden, und Kohlendioxidemissionen werden um 42 222 Tonnen jährlich reduziert.

Broschüre von South Pole (auf Englisch)

CDM-Kataster (auf Englisch)

Gold Standard -Register (auf Englisch)

Emissionsreduktion durch Säuberung von Wasser mit Chlor

In Uganda werden für eine lokale Gemeinschaft Geräte zur Desinfektion von Trinkwasser mit Chlor installiert. Das Wasser muss nicht mehr abgekocht werden, womit weniger abgeholzt und weniger Zeit für das Sammeln von Brennholz aufgewandt werden muss und die Innenluftqualität sich verbessert. Die Desinfektion von Wasser mit Chlor trägt effizient zur Reduzierung von Viren und Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser übertragen werden, bei.

Bisher haben durch das Projekt bereits 300 000 Personen Zugang zu sauberem Trinkwasser erhalten.  1150 Wasserreinigungsgeräte sind installiert und lokale Gemeinschaften sind über Gefahren unterrichtet worden, die verschmutztes Wasser der Gesundheit verursacht.  Durch das Projekt werden CO2-Emissionen jährlich um 58 000 Tonnen reduziert.

Broschüre von South Pole (auf Englisch)

CDM-Register (auf Englisch)

Gold Standard -Register (auf Englisch)

Saubere Energie aus Wasserkraft

In Laos wird durch ein Wasserkraftprojekt saubere Energie erzeugt, Emissionen werden reduziert und die lokale Wirtschaft wird unterstützt. Die Wasserkraft ersetzt Strom, der sonst durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt würde, wodurch Treibhausgasemissionen reduziert werden. Durch das Projekt konnten auch Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung geschaffen werden, auf deren Wunsch hin ein Tempel errichtet und die Wasserversorgung verbessert werden.

Das Projekt erzeugt jährlich 83 000 MWh saubere Energie und reduziert CO2-Emissionen jährlich um schätzungsweise 46 438 Tonnen.

Broschüre von South Pole (auf Englisch)

CDM-Register (auf Englisch)

Gold Standard -Register (auf Englisch)

Weniger Methanemissionen durch Müllverarbeitung

In Vietnam wird eine Abfallbehandlungsanlage betrieben, in der kommunaler Abfall behandelt, Kunststoff recycelt und organischer Abfall durch Kompostierung zu Dünger für lokale Landwirte verarbeitet wird. Methanemissionen in der Atmosphäre werden dadurch reduziert, dass Deponien nicht mit Müll gefüllt werden. Da Methan ein deutlich stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid ist, hat dessen Reduktion einen großen Einfluss auf die Bekämpfung des Klimawandels.

Jährlich behandelt die Anlage 53 568 Tonnen Abfall und reduziert CO2-Äquivalentemissionen um 181 492 Tonnen.

Broschüre von South Pole (auf Englisch)

CDM-Register (auf Englisch)

Gold Standard -Register (auf Englisch)

Internationale Qualitätsstandards im Hintergrund der Projekte

Die Kompensation geschieht mittels Anschaffung und Annullierung so genannter zertifizierter Gold-Standard-Einheiten für Emissionsreduktion (CER). Diese werden aus den jeweiligen Projekten generiert. Die Einheiten erfüllen zwei internationale Qualitätsstandards.

Die Auswirkungen des Projekts gemäß den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung sind in der von NGOs gegründeten Gold Standard Zertifizierung verifiziert worden. Die Klimaauswirkungen von CER-Einheiten oder zertifizierten Emissionsreduktionen (Certified Emission Reduction) werden im Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) des Kyoto-Protokolls innerhalb der UN-Klimakonvention nachgewiesen.

Die Einheiten können in einem internationalen oder nationalen Emissionskataster transparent annulliert werden, so dass keine Einheit mehrfach verwendet werden kann.

Flugemissionen werden überkompensiert

Die Emissionen durch Flugreisen während des Ratsvorsitzes werden auf 18 000 Tonnen CO2 geschätzt. Die Annullierung einer CER-Einheit entspricht dem Ausgleich einer Tonne ausgestoßener Kohlendioxidemissionen. Mit dem für die Kompensation zur Verfügung stehenden Budget werden 130 000 Gold Standard CER-Einheiten angeschafft. Es ist schwierig, die genauen Emissionen abzuschätzen, weswegen wir eine Überkompensation vornehmen.

Die Emissionskompensation wurde in einer Arbeitsgruppe ausgearbeitet, in der Vertreterinnen und Vertreter der Staatskanzlei, des Außenministeriums, des Umweltministeriums sowie des Finnischen Zentrums für Umwelt sowie des Innovationsfonds Sitra vertreten sind. Die aus den Projekten generierten Einheiten werden von der Firma South Pole gekauft. Das Unternehmen ist ein namhafter Vertreter der Branche.

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