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Arktische Politik: Bedeutung des Arktischen nimmt zu

Der arktische nördliche Raum erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie die übrige Welt. Das Eis schmilzt und der Permafrost taut auf. Viele der Ursachen für die Erwärmung liegen im Süden. Gleichzeitig beschleunigen Änderungen im Norden den Klimawandel im Süden. Die Wechselwirkung zwischen der Arktis und der übrigen Welt nimmt deutlich zu. Die Arktis entwickelt sich zu einem immer globaleren Thema.

Die strategische Bedeutung des arktischen Raums nimmt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in Europa und global zu. Die leichtere Zugänglichkeit natürlicher Ressourcen sowie die wachsende Zugänglichkeit der Region und steigende Konnektivität erhöhen künftig das Interesse an diesem Gebiet. Zunehmende wirtschaftliche Aktivität führt zu stärkeren Umweltauswirkungen und Risiken, die durch EU-Maßnahmen bekämpft und reduziert werden können.

Kampf gegen den Klimawandel ein zentrales Thema des finnischen Vorsitzes und der arktischen Politik

Als Vorsitz setzt sich Finnland für eine EU-Politik ein, die Stabilität, wirtschaftliche Chancen, Beschäftigung sowie den Schutz der besonders sensiblen Natur berücksichtigt.  Dabei muss der Kampf gegen den Klimawandel, gestützt durch Investitionen in Forschung, Entwicklung und Innovation, im Mittelpunkt stehen.

Sämtliches Handeln im arktischen Raum muss dem Klimaschutz, der Belastbarkeit der Natur und den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung entsprechen.  Die Existenzgrundlagen und die Rechte der indigenen Völker müssen sichergestellt werden; sämtliche zentrale Projekte im arktischen Raum müssen vor ihrer Umsetzung grundlegend auf ihre Auswirkungen überprüft werden.

Der finnische Vorsitz bemüht sich um Stabilität im arktischen Raum und ist bestrebt, diesen frei von militärischen Spannungen zu halten.

Die arktische Politik stellt für die EU ein Instrument dar, um weitergehende Ziele in den Bereichen der Klimapolitik, Außenbeziehungen sowie nachhaltiger Wirtschafts- und Innovationsförderung zu erreichen. Der finnische Vorsitz setzt sich für eine verstärkte Umsetzung der dritten EU-Arktis-Mitteilung in sämtlichen internen und externen Aktivitäten der Union ein.

Wichtige Rolle des Arktischen Rats

Im Sinne der Zusammenarbeit in der Region möchte Finnland den Arktischen Wirtschaftsrat aufwerten und unterstützt außerdem die Stärkung der Rolle des Arktischen Rates. Der Arktische Rat führt auf eine international einzigartige Weise Regierungen, indigene Völker und die Wissenschaft zusammen. Die EU beteiligt sich im arktischen Rat an Arbeitsgruppen, wobei sich Finnland bereits dafür einsetzt, dass die auch offiziell einen Beobachterstatus erhält.

Unter dem finnischen EU-Ratsvorsitz werden Ergebnisse des finnischen Vorsitzes 2017–2019 im Arktischen Rat in vielen Bereichen genutzt. Dazu zählen Umwelt, sichere Schifffahrt, Förderung nachhaltiger Wirtschaft, Verringerung von Rußemissionen und deren Klima- und Gesundheitsauswirkungen, Kommunikationsverbindungen, Meteorologie, Bildung, Nutzung moderner Raumfahrttechnologie und Brandbekämpfung.

Im Jahr 2017 organisierte Finnland zusammen mit der Europäischen Union die erste hochrangige Veranstaltung der EU über arktische Politik „A Sustainable Arctic – Innovative Approaches“ in Oulu.

Im Jahr 2019 veranstaltet Finnland während seines Ratsvorsitzes vom 28. bis 29. November eine Tagung über die europäische nordische regionale Zusammenarbeit, A Clean and Global North in Helsinki.

Arktische Politik der EU

Die arktische Politik der Union wird auf Grundlage der 2016 veröffentlichten dritten Arktis-Mitteilung der Kommission und des Europäischen Auswärtigen Dienstes Gemeinsame Mitteilung an das Euroäische Parlament und den Rat – Eine integrierte Politik der Europäischen Union für die Arktis und entsprechenden Schlussfolgerungen des Rates zur Arktis umgesetzt. Weitere Informationen über die arktische Politik der EU auf der Webseite des Europäischen Auswärtigen Dienstes EU Arctic Policy (auf Englisch).

Weitere Informationen

Harri Mäki-Reinikka, Botschafter und leitender Referent, Außenministerium, Tel. +358 295 351 972, harri.maki-reinikka(a)formin.fi
Pekka Shemeikka, zuständiger Referent, Außenministerium, Tel. +358 295 351 944, pekka.shemeikka(a)formin.fi