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Europäischer Bildungsraum und Hochschulnetzwerke

Für den finnischen Vorsitz ist die Entwicklung eines europäischen Bildungsraums eine Priorität. Der europäischer Bildungsraum beinhaltet mehrere Ziele. Diese sind beispielsweise die Stärkung des Programms Erasmus+, ein Mehr an Bildungsinvestitionen, bessere Sprachausbildung, bessere Frühpädagogik, die Förderung des lebenslangen Lernens sowie die Schaffung eines europäischen Hochschulnetzwerkes.

Die Europäische Kommission hat im November 2017 ihre Vorstellungen von der Einrichtung eines europäischen Bildungsraums bis 2025 vorgelegt. Sie strebt damit ein Europa an, in dem wir lernen, studieren und forschen können, ohne von Grenzen behindert zu werden, und in dem es die Norm ist, eine Zeit lang in einem anderen Mitgliedstaat zu lernen, zu studieren oder zu forschen.

Großen Herausforderungen mit Bildungszusammenarbeit entgegnen

Der Rat „Bildung, Jugend, Kultur und Sport“ soll am 8. November 2019 eine Entschließung des Rates über einen europäischen Bildungsraum als Stütze für zukunftsgewandte Bildungssysteme annehmen. Finnland möchte, dass die Entschließung der langfristigen Entwicklung der Bildungszusammenarbeit in der EU dient, um breitgefächerten, gemeinsamen gesellschaftlichen Herausforderungen besser als bisher begegnen zu können. Derartige Herausforderungen sind beispielsweise der Klimawandel und der durch die technologische Entwicklung hervorgerufene Wandel der Arbeitswelt. So würde niemand von diesen Entwicklungen überwältigt werden. 

Im Bildungssektor werden auch Möglichkeiten gesucht, um die gemeinsame europäische Wissensbasis zu stärken und wissenschaftsbasierte Entscheidungen beispielsweise durch die Entwicklung von Vorhersageplanung zu fördern. So könnte ein europäischer Bildungsraum hinkünftig den Mitgliedstaaten bei der Entwicklung ihrer jeweiligen Bildungssysteme helfen, sodass diese besser auf zukünftige Herausforderungen reagieren können.

Finnland nimmt während seines Vorsitzes eine politische Diskussion über die Notwendigkeiten, Möglichkeiten und Bedeutung der strategischen und organisierten Förderung kontinuierlichen Lernens auf. Außerdem strebt Finnland Schlussfolgerungen des Rates zu diesem Thema an.

Die Bildungsministerinnen und -minister werden im Rat eine öffentliche Debatte über die Bedeutung und Chancen von künstlicher Intelligenz aus dem Blickwinkel der Bildung führen.

Budget des Erasmus-Programms Gegenstand von Verhandlungen

Erasmus+ ist ein Bildungs-, Jugend- und Sportprogramm der Europäischen Union, dessen Programmzeitraum die Jahre 2014–2020 abdeckt. In diesem Zeitraum können sich über vier Millionen Jugendliche, Studierende und Erwachsene im Ausland weiterbilden, dort studieren, ein Praktikum absolvieren oder Freiwilligenarbeit leisten.

Erasmus+ bietet verschiedene Entwicklungs- und Networkingmöglichkeiten für Organisationen, um beispielsweise die strategische berufliche Kompetenzentwicklung zu fördern, die Kapazitäten der jeweiligen Organisation zu stärken und internationale Partnerschaften mit Organisationen aus anderen Ländern zu schließen.

Die Verhandlungen über einen Verordnungsvorschlag für die Finanzierungsperiode 2021–2027 finden im Herbst unter finnischem Vorsitz statt.  Der Vorsitz treibt die Verhandlungen über den nächsten Programmzeitraum im Trilog zwischen den Institutionen voran. Die Trilogverhandlungen sollen Ende September oder Anfang Oktober beginnen. Finnland hat sich einer Verdoppelung des Erasmus-Budgets verpflichtet.

Gemeinsame Tagung der Bildungs- und Finanzminister

Der Rat hält eine gemeinsame Tagung der Bildungsministerinnen mit den Ministerinnen und Ministern des Rates „Wirtschaft und Finanzen“ am Vormittag des 8. November 2019 ab. Dies ist die erste Tagung in diesem Format. Auf der Tagesordnung steht ein Thema zur Umsetzung der Strategischen Agenda: „Ein starkes europäisches Wirtschaftsfundament durch wirksame, effiziente und hochwertige Bildung“. 

Die ersten Pilotprojekte der Initiative „Europäische Hochschulen“ beginnen während des finnischen Ratsvorsitzes im Herbst 2019 und gleichzeitig wird die zweite Ausschreibungsrunde für weitere Projekte lanciert.  Der finnische Vorsitz lädt gemeinsam mit der EU-Kommission am 7. November 2019, dem Vorabend der Ratstagung „Bildung, Jugend, Kultur und Sport“ zu einem informellen Abendessen der Ministerinnen und Minister, um einen Gedankenaustausch über Hochschulnetzwerke zu führen.