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Kreislaufwirtschaft 2.0

Finnland bemüht sich als Vorsitz im Rat der Europäischen Union darum, dass die Kreislaufwirtschaft auch im Arbeitsprogramm der nächsten Europäischen Kommission einen zentralen Platz einnimmt. Das Programm Kreislaufwirtschaft 2.0 muss Maßnahmen enthalten, die die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen sowie eine lange Lebensdauer von Produkten und Recycling fördern. Die Kreislaufwirtschaft bietet Instrumente zur Erreichung von Klimazielen und zum Schutz der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus schafft sie Möglichkeiten für neue Geschäftsideen, Arbeitsplätze und zur Verbesserung des Alltags.

Sektorübergreifende Kreislaufwirtschaft als Ziel

Das gegenwärtige Wirtschaftsmodell erfordert tiefgreifende Änderungen, denn es wird geschätzt, dass sich der Rohstoffverbrauch bis 2060 verdoppeln wird. Der globale Rohstoffverbrauch beträgt schon heute mehr als 80 Milliarden Tonnen pro Jahr, wovon nur neun Prozent wiederverwendet oder recycelt wird. Die Kreislaufwirtschaft muss auf den Bau-, Textil-, Mobilitäts- und Lebensmittelsektor, sowie die gesamte Produktions- und Verbrauchskette ausgedehnt werden, beginnend bei nachhaltigem Produktdesign. Dies setzt Änderungen in den Handlungsweisen des öffentlichen Sektors, der Unternehmen und der Bevölkerung voraus.

Finnland will als Vorsitz im Rat zumindest eine politische Einigung bezüglich der nächsten Schritte der Kreislaufwirtschaft erreichen. Zentrale Verhandlungsthemen sind Möglichkeiten der Produktpolitik und Digitalisierung zur Förderung der Kreislaufwirtschaft, Fortsetzungsmaßnahmen zur Definierung der Schnittstelle zwischen Chemikalien-, Produkt- und Abfallvorschriften und Abschaffung von Hindernissen der Kreislaufwirtschaft, Strategien der Kreislaufwirtschaft für zentrale Sektoren sowie eine Finanzierung zugunsten der Kreislaufwirtschaft.

Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft erfolgreich, Maßnahmen jedoch noch zu stärken

Die Europäische Kommission veröffentlichte im März einen Bericht zur Umsetzung des 2015 angenommenen Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft. Dem Bericht zufolge wird der Aktionsplan als sehr positiv bewertet. Umgesetzte Maßnahmen sind unter anderem das Abfallrichtliniepaket, die Kunststoffstrategie sowie die Richtlinie über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt, die so genannte Einwegkunststoff-Richtlinie.

Die Kommission weist allerdings auch auf weitere Handlungsnotwendigkeiten zur Umsetzung der überarbeiteten Abfallgesetze und Entwicklung von Sekundärrohstoffmärkten hin. Außerdem muss die auf EU-Ebene begonnene Arbeit unter anderem bei ungiftiger Umwelt, Chemikalien, Umweltinnovationen und -zeichen, kritischen Rohstoffen und Düngemitteln beschleunigt werden.

Die Fortsetzung von Politik und Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft hat breite Unterstützung sowohl in Mitgliedstaaten, in der Kommission, im Parlament als auch unter Stakeholdern erfahren.

Europäische Kommission - Pressemitteilung: Den Kreislauf schließen: Kommission setzt Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft um

Weitere Informationen

Jaakko Kuisma, Tel. +32 473 532 399, [email protected]