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Militärische und zivile Krisenbewältigung der EU

Krisenmanagement ist ein wichtiger Teil der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) der EU. Die EU hat seit 2003 mehr als 30 militärische und zivile Krisenbewältigungsoperationen durchgeführt. Dadurch konnte die Stabilität in Konfliktregionen hauptsächlich in Europa, in der südwestlichen Nachbarschaft und in Afrika gefestigt werden.

Unter seinem Vorsitz unterstützt Finnland die Weiterentwicklung der Krisenbewältigung der EU. Im November 2018 wurde der Pakt für das zivile Krisenmanagement der EU angenommen, das allgemein für den seit Jahren bedeutendsten Schritt bei der Entwicklung der zivilen Krisenbewältigung der EU gehalten wird. Die Mitgliedstaaten und EU-Institutionen verpflichten sich darin, insbesondere Ressourcen, Krisenreaktionsfähigkeit und Zusammenarbeit zwischen EU-Akteuren auszubauen. Finnland ist einer der Mitgliedstaaten, die am stärksten zum Entstehen des Paktes beigetragen haben, und bemüht sich als Vorsitz, die Umsetzung fortzusetzen.

Finnland führt während seines Vorsitz auch den Vorsitz des für gemeinsame Kosten der militärischen Operationen der EU zuständigen Athena-Sonderausschusses und treibt die Agenda des Sonderausschusses voran. Im Laufe des Herbstes wird unter anderem über die Budgets für die militärischen Missionen der EU für 2020 entschieden.

Außerdem unterstützt Finnland die Hohe Vertreterin der EU bei der Weiterentwicklung des 2017 gegründeten militärischen Planungs- und Durchführungsstabes (Military Planning and Conduct Capability, MPCC). Der MPCC soll weiter gestärkt werden, sodass er im Jahr 2020 die Planung und Leitung kleinerer Operationen übernehmen kann.

Krisenbewältigungseinsätze der EU

Gegenwärtig führt die EU sechs militärische Operationen durch. Drei davon sind sogenannte Ausbildungsmissionen, die in Mali, Somalia und in der Zentralafrikanischen Republik durchgeführt werden. Die drei laufenden Militärmissionen sind EUNAVFOR Atalanta vor der Küste Somalias, EUNAVFOR MED Sophia im Mittelmeer und EUFOR Althea in Bosnien-Herzegowina.

Die EU führt zurzeit außerdem zehn zivile Krisenbewältigungsoperationen durch. Die zivilen Krisenbewältigungsoperationen finden in Krisenregionen und Regionen, in denen die zentralen Funktionen der Gesellschaft Unterstützung von außen brauchen, statt. Zentrale Bereiche der zivilen Krisenbewältigung sind unter anderem die Weiterentwicklung der Polizei-, Gerichts-, Grenzschutz-, Zoll- und Strafvollzugsbehörden.

Finnland nimmt gegenwärtig an drei militärischen Operationen der EU teil: EUTM Somalia, EUTM Mali und EUNAVFOR MED Sophia. Zu zivilen Krisenbewältigungsoperationen werden aus Finnland jährlich etwa 50 Personen entsandt. Darüber hinaus entsendet Finnland jährlich Beobachter zu Wahlbeobachtermissionen der EU.

Missionen und Operationen auf der Webseite des Europäischen Auswärtigen Dienstes (auf Englisch) 
Pressemitteilung des Rates der EU vom 19. November 2018 Zivile Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik: EU stärkt ihre Handlungsfähigkeit

Weitere Informationen

Heli Lehto, zuständige Referentin, militärisches Krisenmanagement, Referat für Sicherheitspolitik und Krisenmanagement, Außenministerium, Tel. +358 295 350 165, heli.lehto(at)formin.fi
Pekka Marttila, zuständiger Referent, ziviles Krisenmanagement, Referat für Sicherheitspolitik und Krisenmanagement, Außenministerium, Tel. +358 295 350 233, pekka.marttila(at)formin.fi