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Nachhaltiges Finanzwesen: Neue Kriterien für Investitionen

Die EU schafft ein einheitliches Klassifikationssystem („Taxonomie“), um Investitionen nach ihren ökologischen Auswirkungen einzustufen. Einheitliche Kriterien erleichtern verantwortungsvolles Anlegen, da Investoren in Zukunft bessere Informationen über die Nachhaltigkeit von Finanzprodukten erhalten und diese somit besser vergleichen können. Derzeit wenden Finanzdienstleister verschiedene Klassifikationsmodelle an, wodurch es für Privatkunden und kleinere institutionelle Investoren schwieriger wird, die Nachhaltigkeit ihrer Anlagen zu überprüfen.

Als Ausgangslage für die Taxonomie dienen Klima- sowie weitere umweltpolitische Ziele. Später sollen auch die Faktoren Soziales und Governance in den Kriterienkatalog aufgenommen werden.

Kapital in nachhaltigere Bahnen lenken

Europa hat eine jährliche Investitionslücke von mindestens 180 Mrd. € zu schließen, damit die EU bis 2030 ihre Energie- und Klimaziele erreicht. Die EU-Kommission hat sich in ihren Vorschlägen zum Ziel gesetzt, mehr privates Kapital für die Finanzierung nachhaltiger Investitionen zu mobilisieren. Dazu müssen Anleger allerdings die Möglichkeit haben, ihre Anlagen auf deren Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen zu überprüfen.

Am 25. September 2019 erzielten die Mitgliedstaaten hinsichtlich eines gemeinsamen Klassifikationssystems eine Einigung. Der finnische Vorsitz nimmt in Folge die Trilogverhandlungen mit dem Europäischen Parlament und der Kommission auf.

Nur Teil eines größeren Ganzen

Die Taxonomie ist nur ein Teil des Aktionsplans der Europäischen Kommission für ein nachhaltiges Finanzwesen. Diesbezüglich hat die Kommission drei Vorschläge für Verordnungen vorgelegt, von denen einer das Klassifikationssystem betrifft. Der zweite Vorschlag betrifft die Informationspflicht für Finanzintermediäre und der dritte die Verwaltung von Referenzwerten.

Commission legislative proposals on sustainable finance (auf Englisch)

Pressemitteilung der Kommission zum nachhaltigen Finanzwesen (24.5.2018)

Weitere Informationen

Marianna Uotinen, Fachreferentin; Tel.: +32 473 523 119, marianna.uotinen(at)formin.fi