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Bedeutende Emissionsreduktion durch nachhaltiges Veranstaltungswesen des finnischen Ratsvorsitzes

EU2019FI 17.12.2019 8.54
Presseaussendung
Foto: Sera Martikainen, Staatskanzlei, Finnland

Aufgrund nachhaltiger Lösungen in der Veranstaltungsorganisation, war der finnische Vorsitz im Rat der Europäischen Union in der Lage, seine Treibhausgasemissionen gemessen an den durchschnittlichen Emissionswerten von Veranstaltungen um 30 Prozent zu reduzieren. Zu den nennenswertesten nachhaltigen Lösungen zählten beispielsweise die Entscheidungen, Veranstaltungen auf die Hauptstadt Helsinki zu konzentrieren, keine Sachgeschenke anzuschaffen sowie Materialproduktion für die ausschließliche Verwendung des Vorsitzes zu vermeiden.

Die finnische Staatskanzlei hat diesbezüglich eine Evaluierung in Auftrag gegeben, in der die Organisation des finnischen EU-Ratsvorsitzes mit so genannter herkömmlicher Veranstaltungsorganisation, bei der nicht gesondert auf die Aspekte der nachhaltigen Entwicklung geachtet wird, verglichen wurde.

Nachhaltigkeit ist das tragende Thema des finnischen Ratsvorsitzes und so haben wir uns dazu entscheiden, dieses auch in der Veranstaltungsorganisation zu leben. Wir wollten mutig neue Formen der Gastfreundschaft umsetzen und einen funktionellen Vorsitz ökologisch nachhaltig führen. Die von uns in Auftrag gegebene Evaluierung zeigt, dass sich auch kleine Maßnahmen positiv auf das Klima ausgewirkt haben.

– Anja Laisi, Leiterin des Sekretariats des EU-Ratsvorsitzes

Nachhaltigkeit beruht auf Kreislaufwirtschaft, Immaterialität und einem zentralen Veranstaltungsort

Der finnische Vorsitz hat für seine Gäste keine traditionellen Sachgeschenke angeschafft. Stattdessen wurden die dafür vorgesehenen Mittel für die Kompensation von Treibhausgasemissionen verwendet, die durch die Flugreisen zu Tagungen in Helsinki und Brüssel entstehen.

Bei der Anreise entstehende Emissionen konnten auch dadurch reduziert werden, dass sämtliche in Finnland stattfindenden Tagungen nach Helsinki verlagert wurden. Darüber hinaus wurden die Tagungsgäste zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel angehalten. Bei Transportwegen mit Autobussen wurde erneuerbarer Diesel verwendet, dessen Emissionen geringer sind als jene von herkömmlichen Diesel.

Der Vorsitz hat sich auch bemüht, jegliche Art von Einwegartikeln zu vermeiden. So wurden beispielsweise bei der Einrichtung des Tagungsortes und der dortigen Beschilderung Holz- und Textilprodukte verwendet, die nach dem Vorsitz auch für andere Veranstaltungen verwendet werden. Zudem wird ein Teil der Produkte an die Stadt Helsinki gespendet, die diese dann wiederverwerten kann. Digitale Anwendungen wurden Papier und Plastik vorgezogen.

Immense Emissionsreduktion durch weniger Veranstaltungen

Insgesamt konnte der ökologische Fußabdruck des Ratsvorsitzes sogar um 70 Prozent reduziert werden, da Finnland mit rund 130 Tagungen nur rund halb so viele Tagungen abgehalten hat wie normalerweise üblich. Weniger Tagungen bedeuten auch weniger Emissionen durch Anreise, Logistik, Unterbringung, Catering und Veranstaltungsmaterial.

Die Berechnungen betreffend die Emissionsreduktion wurden von Gaia Consulting durchgeführt und beruhen auf Schätzungen der Emissionswerte. Dies liegt daran, dass nicht für alle Emissionsquellen die entsprechenden Daten zur Verfügung standen und als Unterstützung bei der Berechnung Schätzungen beispielsweise über die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel herangezogen werden mussten.

Weitere Informationen

Anja Laisi, Leiterin, Sekretariat des EU-Ratsvorsitzes, Tel.: +358 50 443 2641