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Klima- und Umweltministertagung: EU muss ambitionierte Politik für Kreislaufwirtschaft stärken

EU2019FI 12.7.2019 13.56
Presseaussendung
Kuva: valtioneuvoston kanslia

Die Ausweitung der Kreislaufwirtschaft auf neue Sektoren war das Hauptthema des zweiten Teils der informellen Tagung der Umwelt- und Klimaministerinnen und -minister der EU. Die Ministerinnen und Minister erörterten Lösungen der Kreislaufwirtschaft, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und den Rückgang der biologischen Vielfalt aufzuhalten.

Die informelle Ministertagung fand vom 11. bis 12. Juli 2019 in Helsinki statt. Auch EU-Kommissar für Umwelt, Maritime Angelegenheiten und Fischerei Karmenu Vella nahm an der Tagung teil. EU-Kommissionsvizepräsident Jyrki Katainen sowie Per Klevnäs, Miteigentümer von Material Economics hielten Keynote-Reden über Kreislaufwirtschaft.

Recycling bietet neue Geschäftsmöglichkeiten

„Der Klimawandel und der Rückgang der biologischen Vielfalt sind die größten Herausforderungen unserer Zeit. Durch den Übergang von einer Wegwerfkultur hin zur Kreislaufwirtschaft könnten wir alleine in der EU die Treibhausgasemissionen der Industrie bis 2050 halbieren. Auch die negativen Auswirkungen des Konsums auf die Natur würden durch besseres Recycling gedämpft. Die Wettbewerbsfähigkeit der EU muss auf Nachhaltigkeit beruhen: auf Klimaschutz sowie auf einer sparsamen und langfristigen Nutzung natürlicher Ressourcen“, so Umwelt- und Klimaschutzministerin Krista Mikkonen.

Laut den Ministerinnen und Ministerin müsse das Ziel eine Gesellschaft sein, die natürliche Ressourcen nicht verschwendet, sondern durch Sprarsamkeit und Problemlösung neue Geschäftsmöglichkeiten schafft. Produktion und Konsum müssen nach dem Prinzip der Materialverringerung, der Wiederverwendung, Reparatur, Refabrikation und Recycling geschehen. Im Englischen ist dies als 6-R-Politik bekannt (refuse, reduce, reuse, repair, remanufacture and recycle).

Schwung in die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft

Die EU müsse, so die Ministerinnen und Minister, ihre ambitionierte Politik zur Förderung der Kreislaufwirtschaft fortsetzen. Die Ministerinnen und Minister tauschten sich u. a. über die Notwendigkeit aus, ein neues EU-Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft 2.0 zu erstellen, mithilfe dessen kreislaufwirtschaftliche Maßnahmen schneller umgesetzt und diese auf alle bedeutenden Sektoren ausgeweitet werden sollen. Neue Maßnahmen sind vor allem im Bereich Bau, Textile, Mobilität und Lebensmittel von Nöten.

Finnland hat sich zum Ziel gesetzt, auf Grundlage der Diskussionen der Ministertagung Schlussfolgerungen zu Kreislaufwirtschaft auszuarbeiten, die der Rat „Umwelt“ im Herbst behandeln soll. In den Schlussfolgerungen soll vorgezeichnet werden, wie die neue Kommission während der nächsten fünf Jahre die Kreislaufwirtschaft vorantreiben soll.

Nachhaltige Lösungen im Kern des finnischen Ratsvorsitzes

Finnland führt den Vorsitz im Rat der Europäischen Union vom 1. Juli bis 31. Dezember 2019. Finnland leitet sowohl die formellen Tagungen des Rates in Brüssel und Luxemburg als auch die informellen Ministertagungen in Finnland.

Bei der Organisation werden die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung konsequent verfolgt. Sämtliche Veranstaltungen konzentrieren sich auf die Hauptstadt Helsinki, wodurch Verkehrsemissionen möglichst niedrig gehalten werden. Für den Vorsitz selbst wird möglichst wenig produziert und von traditionellen Sachgeschenken wird abgesehen. Die für Sachgeschenke reservierten Mittel werden stattdessen zu hundert Prozent für die Kompensation von Treibhausgasemissionen aufgewendet, die durch die Anreise der Tagungsgäste entstehen.

„Finnland führt den Vorsitz im Rat der EU zu einem kritischen Zeitpunkt: Jetzt ist es an der Zeit, die Klimakrise zu lösen. Die EU hat durch gemeinsames Handeln die Chance, Lösungen sowohl für die Klimakrise als auch für die sechste Welle des Massenaussterbens zu finden. Das Zeitfenster schließt sich. Die Rolle der EU als Vorkämpferin für den Umweltschutz muss jetzt auf ein neues Level gehoben werden“, bilanziert Ministerin Mikkonen.

Weitere Informationen:

Riikka Yliluoma, persönliche Referentin der Ministerin, Tel.: +358 50 414 1682, [email protected]
Taina Nikula, Ministerialrätin, Umweltministerium, Tel.: +358 295 250 202, [email protected] (Kreislaufwirtschaft)
Riikka Lamminmäki, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Umweltministerium, Tel.: +358 50 5762604, [email protected] (Interviewanfragen)