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Fortschritt bei Verhandlungen über Erasmus+ 2021–2027 unter finnischem Ratsvorsitz

EU2019FI 18.12.2019 11.33
Mitteilung
Foto: Jaakko Ranta, Staatskanzlei, Finnland

Eine effizientere Gestaltung des Programms Erasmus+ ist einer der Schwerpunkte des finnischen EU-Ratsvorsitzes im Bildungssektor. Die Verhandlungen über einen Verordnungsvorschlag für den Finanzierungszeitraum 2021–2027 fanden im Herbst unter finnischer Leitung statt. Das neue Programm läuft weiterhin unter dem aktuellen Namen Erasmus+.

„Finnland ist mit dem Endergebnis zufrieden. Wir haben erreicht, was in Anbetracht der Neubesetzung der Kommission und des noch offenen Finanzrahmens zu erreichen war. Gleichzeitig hinterlassen wir dem nächsten Vorsitzland, Kroatien, eine gute Grundlage für weitere Verhandlungen“, sagt die für die Verhandlungen zuständige Fachreferentin Johanna Koponen aus der Ständigen Vertretung Finnlands bei der EU in Brüssel.

Neues Programm inklusiver als das Aktuelle

In den Verhandlungen wurde vereinbart, dass in die Verordnung ein Kapitel über die Inklusion eingefügt wird und die Teilnahmemöglichkeiten benachteiligter Gruppen verbessert werden.
Jedes Land muss einen Plan ausarbeiten, um diejenigen zur Teilnahme zu ermuntern, denen dies aus verschiedenen Gründen schwerfällt.  Dies kann auf verschiedene Art erfolgen: durch Unterrichtung, Beratung, Peer-Beratung oder bei Bedarf auch durch zusätzliche finanzielle Unterstützung. National kann über Maßnahmen und deren besondere Zielgruppen entschieden werden.

Heute deckt das Programm Erasmus+ alle Ausbildungsstufen von der Früherziehung bis hin zur Erwachsenenbildung, Jugendarbeit und zum Sport ab. Durch das Programm werden unter anderem über 20 000 Auslandsaufenthalte jährlich finanziert; bei der Finanzierung internationaler Tätigkeit ist es das wichtigste Programm Europas. Neben Jugendlichen und Studierenden wird auch die internationale Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern, Ausbildenden und Jugendbetreuerinnen und -betreuern unterstützt. Gleichzeitig werden unterschiedliche Zusammenarbeitsprojekte gefördert.

Traditionelle Auslandsaufenthalte und internationale Kooperation weiterhin Eckpfeiler

Die Verordnung wurde in den Verhandlungen auch so präzisiert, dass es künftig mehr Chancen zur virtuellen Zusammenarbeit und zum virtuellen Lernen eröffnet. Virtuelle Zusammenarbeit bietet zunehmende Möglichkeiten zur internationalen Erfahrung auch für Personen, die aus verschiedenen Gründen keinen Auslandsaufenthalt absolvieren können.

Ein Teil der Fragen bezüglich des Programms bleibt noch für die folgenden Vorsitze offen. Dazu zählen unter anderem der Haushaltsplan, das Verwaltungsmodell und die neuen Aktivitäten. Die Artikel, die die Teilnahme der am Programm nicht teilnehmenden Länder, der sog. Drittländer, betreffen, benötigen für die Behandlung noch weitere Informationen hinsichtlich des Brexits.